
Entstehungszeitraum SS 13
Projektstatus Studienarbeit|Master Entwerfen Inst. f. Gebäudelehre
Projektbeteiligte M. Groisböck|T. Rögelsperger|M. Schneider
Betreuung Wilfried Kühn|Milica Tomić
Projektbeschreibung
Löst sich die Kunsthalle um die Kunst herum auf, so wird diese als Kontext durch den Praterstern ersetzt. Das geschieht indem eine neue und eine bestehende Unterführung unter dem Kreisverkehr zur „Kunsthalle“ werden. Es entsteht ein unterirdisches Netzwerk an Räumen, welches am Guerillakrieg gegen den Verkehrsknoten Praterstern teilnehmen.
Der Kontext ist laut und stinkt. Die Institution Kunsthalle schafft einen Rahmen inmitten des Getümmels, erscheint dem Passanten jedoch nicht mehr als einheitlicher Körper. Eine etwas andere Kunsthalle, in der Kunst in einem Geflecht unterschiedlicher Bewegungsrythmen eingespannt wird und das Kräfteverhältnis zwischen Künstler, Kunstwerk, Institution und Betrachter etwas anders verteilt wird.
Der Rahmen der Institution Kunsthalle soll bestehen bleiben, indem Ausstellungsmöglichkeiten nicht nur im Freiraum vorhanden sind, sondern auch in geschützteren Innenräumen in Form einzelner Pavillons. Der gesamte Raum soll von eigenen Kuratoren bespielt werden.
Der tiefer gelegte Freiraum dient den Passanten, die sich in ihm bewegen und diesen erobern können, eher als der Kunst. Er besteht aus Bewegungsachsen, die sich mit ausgestanzten Restflächen verschneiden. Letztere sind sorgfältig von den Bewegungsachsen abgesetzt, behalten aber eine starke physische und optische Verbindung. Die ausgestanzten Restflächen sind Freiräume, welche mit Mobiliar und Kunstwerken bespielt und von Passanten wie jeder andere Freiraum okupiert werden können.
Die Pavillons entstehen, aus um den Praterstern gefunden Restflächen, die aus der Zerschneidung des Platzes durch Funktionen und Verkehrswege entstanden sind. Sie sind in das unterirdische Raumnetz integriert, ohne mit diesem physisch zu verschmelzen. Es gibt also keinen monolithischen, sakralen Raum, sondern eine kleine Anzahl unterschiedlicher Pavillons, die mit ihren undefinierten Winkeln und Proportionen nur wenig eigenständige Formen besitzen. Sie sind eine identitätslose Architektur, also Anti-Objects, die der Gestaltung der Freiräume weichen. Trotzdem sind sie scharf abgegrenzt und bilden autonome, großzügige Räume mit einer markanten Materialität. Sie ragen einen Meter über die Straßenebene hinaus, und bilden so eine Sichtverbindung in den Innenraum, bzw die Absturzsicherung zu den tiefer gelegenen Freiräumen. Die Pavillons haben unterschiedliche Lichtqualtiäten. Einige lassen sich komplett öffnen und in den Freiraum erweitern. Diese scharf umrissenen Eigenschaften geben der Architektur eine Autono- mie, welche die Kunst zwingt, sich wieder mit dem Raum auseinanderzusetzen, oder in sich selbst zusammenzufallen. Die Pavillons werden als semi-öffentliche Räume verstanden und können mit Mobiliar sowie mit Kunst bespielt werden. Die Passanten sind eingeladen in den Pavillons zu verweilen, zu essen und zu trinken, zu plaudern, kurz alles zu tun, was in einem Park auch möglich ist.






